Wir kritisieren den mehrheitlichen Beschluss des Magistrats, die Sammelstelle für Elektroschrott vom Bauhof an die Grünabfalldeponie am Kirchhof zu verlegen. Die neue Lage ist noch suboptimaler als die bisherige Lösung und birgt die Gefahr, dass wertvolle Rohstoffe unsachgemäß entsorgt oder illegal im angrenzenden Waldgebiet abgelagert werden.
Der Magistrat setzt mit dieser Entscheidung auf eine kurzsichtige Lösung, die keineswegs bürgerfreundlich ist. Die Deponie am Kirchhof ist aufgrund ihrer abgelegenen Lage und eingeschränkten Öffnungszeiten für viele Bürgerinnen und Bürger, insbesondere für solche ohne Auto schwer erreichbar. Elektroschrott ist ein wertvoller Rohstoff, der fachgerecht recycelt werden muss und nicht im Wald landen darf. Statt einer Verschlechterung der bestehenden Infrastruktur am Bauhof fordern wir die Einrichtung einer modernen, gut erreichbaren Sammelstelle, die auch Altkleider und weitere Recyclingmaterialien aufnimmt.
Wir brauchen eine Lösung, die für alle praktikabel ist. Ob mit Auto, Fahrrad oder zu Fuß. Illegale Ablagerungen im Wald wären das genaue Gegenteil von dem, was wir für eine kreislauforientierte Wirtschaft und den Schutz unserer Natur brauchen.
Hintergrund der Forderung ist die EU-Richtlinie 2012/19/EU (WEEE), die eine getrennte Sammlung und fachgerechte Behandlung von Elektroaltgeräten vorschreibt. Elektroschrott enthält wertvolle Metalle wie Gold, Silber und seltene Erden, deren Rückgewinnung essenziell für eine nachhaltige Rohstoffpolitik ist. Gleichzeitig stellen unsachgemäß entsorgte Geräte ein erhebliches Umwelt- und Gesundheitsrisiko dar.